Saturn – Im Dunst von Enceladus

Am 28. Oktober 2015 hat sich Cassini dem Saturnmond Enceladus auf weniger als 50 Kilometer genähert und dabei seine Eruptionswolken aus Wasserdampf am Südpol durchflogen. Dabei hat die Sonde das von Enceladus ausgeworfene Material direkt mit ihren Instrumenten analysiert.

von Tilmann Althaus

© NASA/JPL/Space Science Institute

Weniger als zwei Jahre bleiben der äußerst erfolgreichen Raumsonde Cassini noch, um ihre Forschungen im Saturnsystem abzuschließen. Im Herbst dieses Jahres stehen nun die letzten drei dichten Vorbeiflüge am kleinen Saturnmond Enceladus auf dem Programm, danach wird Cassini bis zum Missionsende im September 2017 den Mond nur noch aus größerem Abstand beobachten. Der erste dieser Vorbeiflüge fand bereits am 14. Oktober 2015 statt, nun steht nach genau zwei Wochen der nächste bevor. Eine Passage am 19. Dezember 2015 in 5000 Kilometer Abstand beendet dann die Serie.

Enceladus-Ozean

© NASA/JPL-Caltech

Diesmal flog Cassini besonders dicht an den Trabanten heran, um 16:22 Uhr MEZ hat der Abstand zur Oberfläche nur 49 Kilometer betragen. Die dichteste Annäherung erfolgte am Südpol, genau dort, wo die Wolken aus Wasserdampf und feinen Eispartikeln aus den ständig aktiven Geysiren des Monds aufsteigen. Dabei soll Cassini mittels ihres Massenspektrometers INMS das ausgeworfene Material detailliert untersuchen und die chemische Zusammensetzung mit noch höherer Genauigkeit als bisher bestimmen. Zum allergrößten Teil bestehen die äußerst feinen Partikel in den Ausbruchswolken aus Wassereis, aber es wurden auch schon Salze und organische Verbindungen nachgewiesen.

Neben dem Massenspektrometer wird Cassini auch den Staubdetektor CDA einsetzen, um die feinen, festen Partikel in den Ausbruchswolken direkt zu untersuchen. Der CDA kann bis zu 10 000 Partikel pro Sekunde erfassen und analysieren. Zudem liefert er Informationen über die Größen und Massen der Partikel. Vor und nach der dichtesten Annäherung soll Cassini detaillierte Bilder von Enceladus aufnehmen. Durch den Lauf der Jahreszeiten liegt der Südpol des Monds zwar bereits im Dunkel der Polarnacht, aber die Forscher hoffen, durch das von Saturn auf Enceladus geworfene Licht dennoch gute Bilder der Ausbruchsstellen aufnehmen zu können.


© NASA/JPL-Caltech
Vorbeiflug an Enceladus am 28. Oktober 2015

Beste Grüße
Detlef Brinkmann

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